In der Regel ist im Menschen ein Entwicklungsprogramm angelegt, welches dazu führt, dass ein Kind sich drehen, krabbeln, laufen, seine Hände gezielt nutzen lernt. Man unterscheidet Grob- und Feinmotorik folgendermaßen. Grobmotorik beschreibt die größeren Gesamtbewegungen des Körpers z.B. beim Laufen, Springen, Hüpfen. Unter Feinmotorik wird in der Regel die präzise Koordination der Hände und die genaue Dosierung von Kraft und Druck verstanden. Aber auch die Sprache, speziell die Mund- und Zungenmotorik, ist eine Form von Feinmotorik. Die therapeutische Förderung und ein Training der Motorik ist z.B. bei Kindern, z.T. auch bei Erwachsenen mit verschiedenen Grunderkrankungen möglich. Grob- und feinmotorische Koordinationsprobleme können ursächlich für Lern- und Konzentrationsdefizite sein. Eine bei Kindern beeinträchtigte oder verzögerte motorische Entwicklung, motorische Unruhe, ein beeinträchtigtes Körperschema kann zu Vermeidungstendenzen und schulischen Defiziten führen. Manchmal sucht sich ein Kind durch ständige Stimulation des Gleichgewichtssinnes Informationen zur besseren Wahrnehmung seines Körpers. Nicht selten zeigen sich mangelnde Lernmotivation oder Stress, da das Kind trotz Bemühens (z.B. schön zu schreiben) nicht entsprechende Lernergebnisse erreicht. Eine unsichere oder verkrampfte Stifthaltung kann auch ein Anzeigen von Koordinationsstörung sein. Oft zeigt sich ein überhöhter Druck auf dem Stift und ein hoher Muskeltonus im ganzen Arm. Hier setzt eine gezielte Beratung und Training der Feinmotorik an. Ein Merkmal gestörten Gleichgewichts kann sich z.B. durch die Abneigung gegen Schaukeln und Drehbewegungen sein. Dazu gehören auch Höhenängste, Schwindelgefühle, Unsicherheiten in der Gleichgewichtsregulation (z.B. beim Fahrrad fahren oder Balancieren). Die genaue Beobachtung und ein gezieltes Training der motorischen Regulation werden von uns im Sinne der Sensorischen Integration durchgeführt. Die Hemisphärenkoordination beschreibt die Zusammenarbeit der beiden Gehirnhälften. Sie kann mittels gezielter Motorikübungen (Motoriktraining) und sogenannten mehrspurigen Trainings gefördert werden. Unter dem Blickwinkel des Automatisierungstrainings unterstützen wir den Entwicklungs- und Trainingsprozesse Ihres Kindes mit unserem Fachwissen und unseren langjährigen Erfahrungen. Eine Anleitung für ein häusliches Üben ist für uns selbstverständlich. Die Hemisphärenkoordination beschreibt die Zusammenarbeit der beiden Gehirnhälften, welche in Form einer Arbeitsteilung bei uns Menschen unterschiedliche Aufgaben haben. Ist dieses Zusammenspiel gestört oder ist nur eine Hirnhälfte hauptsächlich aktiv, können koordinative Leistungen oder das logische Denken erschwert sein. Bewegungsabfolgen bei denen beide Hirnhälften gleichzeitig aktiv sind, können nur sehr bewusst durchgeführt werden. Je besser das Zusammenspiel und die Informationsweiterleitung im Gehirn und natürlich vom Kopf zum Körper abläuft, desto höhere und flexiblere Denk- und Bewegungsleistungen können wir erbringen. Deshalb ist die Unterstützung und das Training der Hemisphärenkoordination durch spielerische Bewegung unser Ziel. Denken und die gesamte Handlungsfähigkeit kann dann leichter gelingen. Die Sensorische Integrationstherapie ist eine neurophysiologische Behandlung und wurde maßgeblich von der amerikanischen Psychologin und Ergotherapeutin Anna Jean Ayres (1920 – 1989) entwickelt. Unter Sensorischer Integration versteht man das Zusammenwirken von Sinneseindrücken, welche über Augen, Ohren, Nase, Geschmacksnerven, Haut und Gleichgewichtsorgan aufgenommen wurden und deren Wahrnehmung und Deutung im zentralen Nervensystem. Die Behandlung findet in spielerischer Form statt. Dies ist meist ein Raum mit Klettermöglichkeiten, verschiedenen Spielgeräten, Matten, Trampolin, unebenem Boden oder einer Wippe. Die Sensorische Integrationstherapie wird hauptsächlich bei Kindern, mittlerweile aber auch bei psychisch und neurologisch erkrankten Erwachsenen mit Körperwahrnehmungsstörungen, angewendet. Ziel der Behandlung ist es, ein besseres Gleichgewichtsgefühl und eine Erhöhung der muskulösen Grundspannung zur Verbesserung der Körperhaltung und Körpersteuerung zu erreichen. Weitere Ziele sind eine bessere Hand- und Augenkoordination, Sprach- und Kommunikationsverbesserung sowie eine bessere Selbstwahrnehmung in Bezug auf das eigene Handeln. Ergotherapie wird auch als Heilmittel bei sogenannten „motorisch-funktionellen“ Störungen verordnet. Dies können akute oder nicht ausreichend ausgeheilte Verletzungen z.B. der Hand oder der Finger sein wie z.B. Frakturen, Quetschungen, Kapselband-, Sehnenverletzungen, Nervenläsionen, Arthrose etc., sein. Die Narbenbehandlung stellt ebenfalls oft einen Schwerpunkt der Behandlung dar. Auch rheumatische Erkrankungen, chronische Schmerzsyndrome, Morbus Sudeck oder Multiple Sklerose (MS) zählen zu den Behandlungsindikationen. In der Therapie steht die bestmögliche Wiederherstellung verloren gegangener Funktionen oder das Erlernen von Kompensationsmechanismen im Vordergrund. Zudem die Verbesserung oder der Erhalt der Gelenkbeweglichkeit und der Kraftdosierung. Wir bieten ein gezieltes und individuelles Behandlungsspektrum im Rahmen des funktionellen Trainings an und helfen Ihnen bei der Wiederherstellung oder Verbesserung Ihrer motorischen und Alltagskompetenzen.Grob- und Feinmotorik

Koordinationsstörungen – mögliche Ursache von Lerndefiziten

Woran erkennt man Gleichgewichtsstörungen?

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